Hörverlust und Kinder

Hörgeräte helfen Beziehungen aufzubauen

Gespräche bauen Beziehungen auf

Indem wir Kindern Zugang zur vielfältigen Welt der Gespräche verschaffen, können wir ihnen helfen, die Beziehungen und Fähigkeiten zu entwickeln, die sie für ein erfolgreiches Leben brauchen.

Eine umfassende Information über das Thema Hörverlust bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern hilft Ihnen dabei, die bestmöglichen Entscheidungen für Ihr Kind treffen zu können. Wenn Sie möglichst früh in der Entwicklungsphase Ihres Kindes aktiv werden, ermöglichen Sie ihm beste Lern- und Entwicklungschancen.

Tragfähige Beziehungen helfen Kindern, ihre Welt zu verstehen, stärken die Gehirnarchitektur und unterstützen die Entwicklung sozialer und kommunikativer Fähigkeiten.1

Bedeutung von „Serve-and-Return-Interaktionen“

Wechselseitige Interaktionen und Gespräche, auch als „Serve-and-Return-Interaktionen“ bezeichnet, bilden das Fundament dieser wichtigen Beziehungen. Ihr Nutzen für die Entwicklung ist vielfältig: Sie stimulieren die Bildung neuronaler Verbindungen, formen die Gehirnarchitektur und unterstützen die Entwicklung sozialer und kommunikativer Fähigkeiten.1 Die Interaktionen fördern die kindliche Neugier und helfen ihnen, die Welt um sich herum zu verstehen.

Quantität und Qualität sind wichtig

Die Quantität an Wörtern und Gesprächen, denen ein Kind ausgesetzt ist, beeinflusst die Hirnentwicklung und trägt zu einer günstigen Entwicklung von Wortschatz und schulischer Leistung bei.2,3 Kleinkinder benötigen Zugang zu Millionen Wörtern und tausenden Stunden Hören, um sprechen und lesen lernen zu können.2,4

Aber nicht nur die Menge an Gesprächen ist von Bedeutung, sondern auch die Diversität und Komplexität der von Ihnen verwendeten Sprache sowie der Umstand, wie klar und deutlich Ihr Kind Sie verstehen kann.5

Jedes Gespräch zählt

 

1. Achten Sie auf Kommunikationsbemühungen Ihres Kindes und reagieren Sie angemessen darauf.

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Hierzu zählen sämtliche Kommunikationsversuche, etwa, wenn ein Säugling sich räkelt, ein Kleinkind mit dem Finger auf etwas zeigt oder ein älteres Kind „Warum?“ fragt. Eine angemessene Reaktion darauf kann in einem Lächeln bestehen, einem bestimmten Gesichtsausdruck oder einer gesprochenen Antwort. Durch die angemessenen Reaktionen auf Kommunikationsversuche des Kindes vermitteln sie ihm, dass seine Gedanken und Gefühle wahrgenommen und verstanden werden.

 

2. Stellen Sie Ihrem Kind Fragen und nehmen Sie sich die Zeit aktiv zuzuhören.

Fragen ermutigen Kinder darin, sich aktiv an Gesprächen zu beteiligen. Und wenn Sie sich bemühen aktiv zuzuhören, geben Sie Ihrem Kind Bestätigung und stärken die gegenseitige Verbindung. Verwenden Sie ein vielfältiges Vokabular und regen Sie mit aktiven Fragen die Fantasie Ihres Kindes an.

 
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3. Bauen Sie aktive Interaktionen („Serve-and-Return“) in den Alltag ein.

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Routineaktivitäten eignen sich perfekt, um möglichst viele aktive Interaktionen („Serve-and-Return“) im Alltag unterzubringen, etwa beim Windeln wechseln oder auf dem Weg zur Schule. So werden Gespräche zu einer natürlichen Form der Kommunikation und bieten Ihrem Kind über den Tag hinweg sinnvolle Interaktionen.

 

4. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind kein Gespräch verpasst.

Indem Sie Ihrem Kind den Zugang zu klarem, vollem Klang in jeder Situation ermöglichen, verpasst Ihr Kind keine Gespräche und Kontaktmöglichkeiten mehr. Die Hörbedürfnisse Ihres Kindes:

  • Tragen der Hörgeräte in allen wachen Stunden
  • Nutzung der Roger-Mikrofon-Technologie in lautem Störgeräusch und über Distanz6

Entfernung von Störgeräuschen (z. B. Radio ausschalten, Fenster schließen).

 
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Die Ohren sind der Zugang zum Gehirn

Grundsätzlich kann es hilfreich sein, die Ohren als Zugang zum Gehirn und Hörverlust als Zugangshindernis zu verstehen. Wenn die Klänge das Gehirn nicht erreichen wie sie sollten, gehen wichtige auditorische Informationen verloren. Werden Klänge nicht wahrgenommen, fehlen Kindern sämtliche Entwicklungsvorteile, die aktive Interaktionen („Serve-and-Return“) und Gespräche mit sich bringen.

Wie wir hören

Hörverlust bei Kindern

Reagiert Ihr Kind nicht konsistent angemessen auf Umgebungsgeräusche oder Ihre Äußerungen, kann dies unter Umständen lediglich an mangelnder Aufmerksamkeit liegen. Es kann aber auch auf eine Hörminderung hinweisen. Achten Sie auf Veränderungen im Verhalten Ihres Kindes sowie auf Hinweise, die auf Hörprobleme hindeuten könnten.

Anzeichen, Typen und Ursachen von Hörverlust

Hörtests für Kinder

Das Gehör Ihres Kindes kann auf verschiedene Art und Weise überprüft werden. Ein Hörtest dient hauptsächlich dazu, den Grad und die Art der Hörminderung zu bestimmen.

Hörtests für Kinder

So können Sie Ihr Kind unterstützen

Dank moderner Hörtechnologie haben Kinder mit Hörverlust heute bessere Zukunftsaussichten als jemals zuvor. Unser einzigartiges Sky M Hörgeräte-Portfolio ist speziell auf die Hörbedürfnisse von Kindern aller Altersgruppen abgestimmt. In schwierigen Hörsituationen, wie etwa im Lärm oder über Distanz, können die drahtlosen Roger-Mikrofone die Sprachverständlichkeit weiter verbessern.

So helfen Sie Ihrem Kind

Mit der Roger-Technologie hören Kinder an einem 8-Stunden-Tag bis zu 5.300 Wörter mehr.7 Außerdem haben sie - im Vergleich zur Nutzung von Hörgeräten allein - Zugang zu 12 % mehr an das Kind gerichtete Sprache.8

Zusammen können wir Ihrem Kind das Beste mitgeben

Bei Phonak wissen wir, wie wichtig es ist, dass jedes Kind den bestmöglichen Zugang zu den Klangwelten des Lebens erhält. Phonak bietet seit über 45 Jahren Hörlösungen, die Kindern in jedem Alter dazu verhelfen, bestmöglich zu hören. Durch unsere enge Zusammenarbeit mit führenden Audiologen, Pädakustikern und Lehrkräften konnten wir für Kinder und Jugendliche leistungsstarke Lösungen entwickeln, die auf einem ganzheitlichen Ansatz beruhen.

Referenzen

1 National Scientific Council on the Developing Child. (2004). Brain architecture. Retrieved from https://developingchild.harvard.edu/science/key-concepts/brain-architecture/, accessed August 19th, 2019.
2 Hart, B., & Risley T. R. (1995). Meaningful differences in the everyday experience of young American children. Baltimore: Paul H Brookes Publishing.
Romeo, R. R., Leonard, J. A., Robinson, S. T., West, M. R., Mackey, A. P., Rowe, M. L., & Gabrieli, J. D. E. (2018). Beyond the 30-million-word gap: Children’s conversational exposure is associated with language-related brain function. Psychological Science, 29(5), 700-710.
4 Dehaene, S. (2009). Reading in the Brain: The Science and Evolution of a Human Invention. New York, NY: Viking.
5 Hurtado, N., Marchmann, V. A., & Fernald, A. (2008). Does input influence uptake? Links between maternal talk, processing speed and vocabulary size in Spanish-learning children. Developmental Science, 11(6), 31-39.
6 Thibodeau, L. (2014). Comparison of speech recognition with adaptive digital and FM wireless technology by listeners who use hearing aids. American Journal of Audiology
7 Benitez-Barrera, C.R., Angley G., & Tharpe, A.M. (2018). Remote microphone system use at home: Impact on caregiver talk. Journal of Speech, Language and Hearing Research, Vol. 61, 399-409.
8 Benítez-Barrera, C., Thompson, E., Angley, G., Woynaroski, T., & Tharpe, A.M. (2019). Remote Microphone System Use at Home: Impact on Child-Directed Speech. Journal of Speech Hearing Language Research, 62(6): 1-7.