"Ohne Hörgeräte würde ich es mir nicht zutrauen, an einer Panel-Diskussion teilzunehmen"

Interview mit Urs Bolt

 

 

 

 

Urs Bolt unterstützt Start-ups, Technologiefirmen und Finanzdienstleister bei technologischen Themen und strategischen Fragen.  Er wird regelmässig als Speaker für Konferenzen oder Moderator für Panel-Diskussionen eingeladen. Diese finden oftmals im Ausland – meist in Asien oder Emerging Markets – statt. Bevor er sich in die Selbständigkeit gewagt hat, war er während mehr als 30 Jahren im Private und Investment Banking sowie im Technologiesektor tätig.

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Auch privat beschäftigt er sich intensiv mit neuen Technologien und Geopolitik. Als Tech-Influencer teilt und diskutiert er die aktuellsten globalen Trends mit seinen Followern.. Wenn er abschalten möchte, begibt er sich auf eine Nordic Walking Tour oder Wanderung. Er bevorzugt dabei grosse Distanzen, die er teils auch in Etappen bewältigt. Daneben macht er gerne Fitness und bemüht sich auf Geschäftsreisen immer, möglichst viel über die Städte und Kulturen zu lernen. 

Im Gespräch mit Phonak erzählt Urs Bolt, wie er seinen Hörverlust bemerkt hat, welche Geräte er heute trägt und wie ihn diese bei der Bewältigung seines ereignisreichen Alltags unterstützen.

 

Wann haben Sie gemerkt, dass Sie an einem Hörverlust leiden?
Ich habe bereits im Teenager-Alter festgestellt, dass ich weniger gut höre, als meine Altersgenossen. Damals befand ich mich gerade in meiner Walkman-Phase und habe sehr viel Musik gehört. Da ist mir aufgefallen, dass ich linksseitig die Klänge weniger gut aufnehme als rechtsseitig. Der Hörverlust hat mich damals noch nicht wirklich belastet, da ich in meinem jungen Alter noch deutlich besser gehört habe.

Wann haben Sie sich entschieden, den Hörverlust zu behandeln?
Mit 19 Jahren habe ich eine Operation gewagt, um meine Verknöcherung im Mittelohr zu entfernen. Ich habe danach auch tatsächlich besser gehört – allerdings nur für ein Jahr. Dann ist das Problem zurückgekehrt. Andere Operationen wollte ich nicht durchführen, weil das Risiko zu hoch war, den Gehörsinn komplett zu verlieren. Stattdessen habe ich es bis Anfang 30 dabei bewenden lassen.
In diesem Alter wurde mir deutlicher bewusst, dass mein Hörverlust ein Ermüdungspotenzial birgt, weil mein Gehirn die Gesprächslücken aus dem Kontext heraus füllen muss – und das in Echtzeit. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, mein Gehirn durch Hörgeräte zu entlasten. Diese Hörgeräte gleichen meinen Hörverlust, der links -45 und rechts -15 beträgt, aus.

Gab es ein Schlüsselerlebnis, das Sie dazu bewogen hat, auf Hörgeräte zu setzen?
Ein Schlüsselerlebnis gab es in diesem Sinne nicht. Es ist einfach aufgefallen, dass ich mich, wenn immer möglich, links neben Personen gesetzt habe, da ich sie so besser verstanden habe. Besonders auf-gefallen ist mein Hörverlust aber sicherlich, als mein Sohn geboren wurde. Ich war zu dieser Zeit gerade mit dem Aufbau eines Unternehmens beschäftigt und deshalb oft sehr müde. Wenn ich mich auf mein linkes Ohr gelegt habe, habe ich ihn nachts nicht schreien gehört und durchgeschlafen. In dieser Situation war mein Hörverlust für einmal von Vorteil – man muss schliesslich auch das Positive sehen.

Welches waren ihre ersten Hörgeräte und welche tragen Sie heute?
In einem ersten Schritt habe ich mir ein Im-Ohr-Gerät zugelegt – allerdings nur linksseitig. Dies hat bereits eine Verbesserung gebracht. Mit dem Umstieg auf beidseitige Hörsysteme habe ich plötzlich Stereo gehört, was sich auch positiv auf meinen Gleichgewichtssinn ausgewirkt hat. Heute trage ich die Audéo Marvel Hörgeräte von Phonak.

Was ist Ihnen an Hörgeräten wichtig?
Ich lege viel Wert auf eine gute Klangqualität – auch wenn mir bewusst ist, dass die Hörsysteme den Hörverlust nicht vollständig ausgleichen können. Dies setzt eine gute Software voraus, die das audiologische Profil sauber verarbeiten kann. Je besser der Ton ankommt, desto einfacher ist es für das Gehirn, das Gehörte zu verarbeiten.
Daneben ist es mir wichtig, dass meine Hörgeräte einen hohen Tragekomfort bieten und ich mich damit wohl fühle. Dies wirkt sich wesentlich auf das Selbstbewusstsein aus.

Wie zufrieden sind Sie mit Ihren aktuellen Hörgeräten?
Ich bin sehr glücklich mit den Marvel-Hörgeräten – die Branche hat mit diesem Hörsystem wirklich einen riesigen Sprung gemacht. Die Tonqualität, insbesondere der Bass, ist nochmals deutlich besser geworden und der automatische Ausgleich erlaubt es mir, mich auf das Wesentliche zu fokussieren.
Seit ich mir dieses System angeschafft habe, trage ich die Hörgeräte auch am Wochenende. Im Gegensatz zu anderen Modellen bieten sie mir nämlich die Möglichkeit, den Ton von mobilen Endgeräten wie dem Smartphone, direkt auf meine Ohren zu übertragen. Dadurch ist es mir heute beispielsweise komfortabel möglich, unterwegs Podcasts zu hören. Die Hörgeräte sind damit für mich zu einem Lifestyle-Gadget geworden. Sie haben einen super Sitz und können auch mal mit Wasser in Berührung kommen, ohne dass sie kaputt gehen.
Was beim Phonak Audéo Marvel ebenfalls einzigartig ist, ist der Remote Support. Über eine App kann ich bei Bedarf Kontakt mit einem Hörakustiker aufnehmen, der mich aus der Ferne unterstützt. Der Hörakustiker kann leichte Anpassungen an den Geräten vornehmen, ohne dass ich dabei vor Ort sein muss. Ich habe diese Funktion im Januar 2019 selbst getestet und das Finetuning hat wunderbar geklappt.

Sie sind beruflich wie auch privat oft länger unterwegs. Macht Ihnen die Batterie da nicht zu schaffen?
Zuerst war ich skeptisch und wollte eigentlich auf austauschbare Batterien statt wiederaufladbare Akkus setzen. Ich bereue es aber nicht, dass ich mich am Schluss doch für wiederaufladbare Geräte entschieden habe. Die Batterien brauchen nur etwa zwei Stunden, um vollständig zu laden und halten anschliessend gut 30 Stunden. Wenn der Akku mal zu Neige gehen sollte und ich die Hörgeräte dringend brauche, kann ich das Aufbewahrungs-Case als Powerbank nutzen.

Haben Sie mit Ihren Hörgeräten bereits neidische Blicke auf sich gezogen oder lustige Momente erlebt?
Wenn ich telefoniere, schauen mich die Leute um mich herum teils etwas schräg an, weil sie die Hörgeräte nicht sehen und glauben, ich führe Selbstgespräche. Da aber schon jetzt viele mit ihren Bluetooth-Kopfhörern telefonieren und diese auch immer kleiner werden, werde ich mich künftig wohl seltener in dieser etwas komischen Situation befinden. Dadurch sollte meines Erachtens auch die Hemmschwelle sinken, Hörgeräte zu tragen. Denn viele warten noch immer zu lange, bis sie ihren Hörverlust behandeln lassen.
Spannend fand ich die Situation, als es mich ausnahmsweise einmal in einen Nachtclub mit lauter Musik verschlagen hat. Mir ist aufgefallen, dass die jungen Menschen um mich herum mehr Mühe damit hatten, mich zu verstehen als ich sie. Meine Hörgeräte haben nämlich das Wichtige herausgefiltert und die Musik und den Bass automatisch runtergedimmt.

Würden Sie heute auf Ihre Hörgeräte verzichten?
Nein, auf keinen Fall. Ich bin nur schon für meine Arbeit auf diese angewiesen. Gerade wenn man moderiert ist es essenziell, dass man auf die einzelnen Personen eingehen kann. Hierzu muss man sie einwandfrei verstehen. Ohne Hörgeräte würde ich es mir nicht zutrauen, an einer Panel-Diskussion teilzunehmen. 
Ich bin auch stolz darauf, die Hörgeräte zu tragen, da ich als Early Adopter andern zeigen kann, dass mein Hörsystem inzwischen auch ein Lifestyle-Gadget für mich ist. Ich möchte damit vor allem auch die jüngeren Generationen dazu animieren, Hörgeräte zu tragen. Ich kriege sicher einmal pro Woche ein Kompliment für meine Hörgeräte und bin stolz, dass wir in der Schweiz solch marktführende Geräte herstellen können.

Wie werden sich die Hörgeräte Ihrer Ansicht nach entwickeln?
Meiner Meinung nach, werden die Batterien noch kleiner und ihre Lebensdauer noch länger. Hierzu könnte man beispielsweise auf die Technologie setzen, die derzeit für die Roboter auf dem Mars verwendet werden.
Daneben bin ich überzeugt, dass der Trend in Richtung Software-as-a-Service und entsprechenden Partnermodellen gehen wird. Das bedeutet, dass Hörgeräte Hersteller ihre Software beispielsweise Apple  zur Verfügung stellt, damit die Besitzer der Kopfhörer auch von einem besseren Sounderlebnis profitieren können – ohne dass sie dafür auf ihre Hörgeräte angewiesen sind. Dieser Service wird man als Nutzer im Abo-Modell beziehen, so wie das momentan beispielsweise bei Netflix der Fall ist.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass der Hörgerätesupportrund um die Uhr verfügbar ist. Ich brauche ihn schliesslich dann, wenn mit meinen Hörgeräten etwas nicht stimmt. Da ich oft in anderen Zeitzonen unterwegs bin, reichen die die Bürozeiten in der Schweiz nicht.

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