Ein Cochlea-Implantat ist ein kleines, elektronisches Gerät, das Personen, die hochgradig taub oder sehr stark schwerhörig sind, als Hörhilfe dient. Das Implantat wird chirurgisch unter der Haut und hinter dem Ohr platziert. Durch das Cochlea-Implantat wird jedoch kein normales Hörvermögen hergestellt oder wiederhergestellt. Stattdessen hilft es tauben Personen dabei, ein hilfreiches auditorisches Verständnis für ihre Umgebung zu entwickeln und Sprache zu verstehen. Seit 1990 haben tausende von Kindern und Erwachsenen Cochlea-Implantate implantiert bekommen. Sie wurden für Personen mit starker bis hochgradiger Hörminderung entwickelt, denen Hörgeräte nur wenig Nutzen bringen.

Einführung zu Cochlea-Implantaten

Cochlea-Implantate ersetzen die beschädigten oder nicht funktionierenden Teile im Innenohr. Das Innenohr wandelt Schallwellen in elektrische Impulse um. Diese Impulse werden dann an das Gehirn weitergeleitet. Ein Chochlea-Implantat arbeitet auf die gleiche Weise. Es fängt elektronisch Töne ein und sendet diese dann weiter an das Gehirn. Das Hören mithilfe eines Implantats unterscheidet sich vom normalen Hören. Aber die Cochlea-Implantate ermöglichen es vielen Menschen, mit anderen Menschen persönlich oder über Telefon zu sprechen.

Cochlea-Implantate und Hören

Um verstehen zu können, wie ein Cochlea-Implantat arbeitet, ist es wichtig zu wissen, wie wir hören. Das Außenohr fängt die Schallwellen ein und sendet diese an das Mittelohr. Die Schallwellen treffen auf Ihr Trommelfell und werden durch drei kleine Knochen verstärkt: dem Hammer, Amboss und Steigbügel. Die Schallwellen werden in das mit Flüssigkeit gefüllte Innenohr weitergeleitet. Die Schallwellen durchwandern die Cochlea (Hörschnecke, das Hörorgan). Mikroskopisch kleine Haarzellen in der Cochlea wandeln diese Schwingungen in elektrische Impulse um. Diese werden dann an Ihr Gehirn übertragen, das diese Energie als Ton oder Sprache interpretiert.

Ein Cochlea-Implantat nutzt die Funktionen des Ohrs, die noch arbeiten, wenn Haarzellen beschädigt oder zerstört wurden, für seine Zwecke. Es nutzt auch die Tatsache, dass das menschliche Gehirn intelligent und sehr flexibel ist. Mithilfe des Cochlea-Implantats wird eine neue Art des Hörens geschaffen. Ein Cochlea-Implantat besteht aus fünf Hauptkomponenten: einem Mikrofon, einem Sprachprozessor, einem Sender, einem Empfänger/Stimulator und einer Anordnung von Elektroden.

Komponenten eines Cochlea-Implantats

So arbeiten die Hauptkomponenten eines Cochlea-Implantats:

(Image shows Advanced Bionics Harmony sound processor and implant, for more information please visit www.advancedbionics.com and www.advancedbionics.com/bea)

Erwartungen

Kinder sollten an einem Programm, das sich auf Hör- und Sprechfertigkeiten konzentriert, teilnehmen. Eine hohe Motivation, ein positives Familienumfeld und realistische Erwartungen sind wichtig für den Erfolg.

Zur Bestimmung, ob ein Kind für ein Cochlea-Implantat geeignet ist, ist eine umfassende Beurteilung erforderlich. Folgendes wird u. U. beurteilt: das Hören, das Sprechen, die Sprache, das Gleichgewicht sowie medizinische und psychosoziale Aspekte. Ein chirurgischer Eingriff birgt Risiken, insbesondere bei jungen Kindern. Diese Risiken müssen gründlich mit Ihrem medizinischen Team besprochen werden. Ein Implantat kann zudem andere medizinische Verfahren in der Zukunft beeinträchtigen.

Erst nach sorgfältiger Abwägung der Vor- und Nachteile sollte die Entscheidung für ein Cochlea-Implantat getroffen werden. Es gibt normalerweise ein breites Spektrum an Emotionen, Gesprächen und Recherchen, die zu dieser Entscheidung beitragen. Die Vorteile für ein Kind durch ein Cochlea-Implantat lassen sich nur schwer voraussagen. Viele Quellen zeigen Kinder mit Implantaten, die sehr gute Zuhörer und Sprecher geworden sind. Eltern müssen nur daran denken, dass die Implantate Werkzeuge sind und keine Wunder vollbringen können. Nicht jedes Kind mit einem Implantat entwickelt sich auf die gleiche Weise. Eine realistische Erwartung ist zum Beispiel eine verbesserte Erkennung von Tönen und Sprache. Einige Kinder mit Implantaten haben eine bessere Wahrnehmung von Tönen und Geräuschen und können Klangmuster erfassen und erkennen. Andere Kinder wiederum können nur Sprache durch Zuhören verstehen. Aber sogar diese Kinder profitieren von Sprach-/Lesehinweisen und unterstützenden Hörgeräten, insbesondere an lauten Orten. Zum Lernen, wie ein Implantat optimal verwendet wird, müssen das Kind, die Familie und das Hilfssystem zusammenarbeiten. Es bedarf viel Übung, die Klänge, Töne und Sprache zu erkennen und zu verstehen. «Es wird gesagt, dass ein Cochlea-Implantat aus 10% Hardware und 90% Software besteht. Und diese Software sind wir.» Durch die Einbeziehung der Geschwister und andere Familienmitglieder können Sie ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse des Kindes schaffen. Auch wenn zuweilen erstaunliche Dinge passieren, treten die meisten Änderungen in kleinen Schritten auf.

Operation und Aktivierung

Ein Chirurg pflanzt den Empfänger/Stimulator und die Elektrodenanordnung unter die Haut, genauer gesagt hinter dem Ohr und in den Schädel, ein. Die Elektrodenanordnung wird dabei vom Chirurg in die Cochlea hinter den beschädigten Haarzellen eingesetzt. Die Operation dauert rund 2-3 Stunden. Die meisten Kinder können schon innerhalb weniger Tage nach dem chirurgischen Eingriff ihre normalen Tätigkeiten wieder aufnehmen. Allgemein verheilt der Schnitt innerhalb von 3 bis 5 Wochen. Das Gerät wird 4 bis 6 Wochen nach der Operation in der Klinik aktiviert. Der Prozess zur Anpassung des Cochlea-Implantat-Systems an die Bedürfnisse des Kindes braucht Zeit. Für die Einstellungen sind zahlreiche Klinikbesuche erforderlich. Da sich die Anwendung des Implantats durch das Kind ändert, müssen sich die Einstellungen auch ändern. Dieser Prozess zur Einstellung des Systemausgangs wird als Mapping bezeichnet. Kinder mit Cochlea-Implantaten können an allen in der Kindheit üblichen Aktivitäten teilnehmen. Der Sender (über der Haut) wird über einen Magneten des Empfängers in Position gehalten (befindet sich genau unter der Haut). Es ist schnell und einfach möglich, die externen Komponenten für bestimmte Aktivitäten, wie Schwimmen oder Baden, zu entfernen.

Nachkontrolle und Rehabilitation

Das Implantat wird 4 bis 6 Wochen nach der Operation aktiviert. Die Aktivierung des Implantats kann an einem oder zwei Tagen erfolgen. Nach der Aktivierung des Geräts kann das Kind nicht «sofort» hören. Im ersten Jahr werden viele Folgetermine notwendig sein. Diese Folgetermine dienen zur Feinabstimmung des Sprachprozessors, Schulung des Hörvermögens oder zur Gehör-Rehabilitation. Befolgen Sie die Empfehlungen Ihres Therapeuten hinsichtlich der Verwendung eines Hörgeräts im nicht implantierten Ohr. Die Operation ist nur der Anfang. Die richtige Arbeit ist, das Kind beim Hören lernen zu unterstützen. Die vom Implantat kommenden Signale dienen dazu, Sprache zu erkennen und zu verstehen und selbst zu sprechen. Das Kind muss auch lernen, die umweltspezifischen Geräusche zu identifizieren und zu nutzen. Dies ist normalerweise ein langsamer Prozess mit vielen kleinen Zwischenschritten. Das Kind, die Familie, die Therapeuten und Lehrer müssen zusammenarbeiten, um Erfolg zu haben. Es ist wichtig, dass sich die Familie auf Hör- und Sprechziele in ihrem individuellen Plan konzentriert. Diese Konzentration auf die Hör- und Sprechfertigkeiten muss auch weiter fortgesetzt werden, wenn das Kind zur Schule geht.

Danksagungen

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