«Ich bin seit meiner Geburt hochgradig schwerhörig, bei hohen Tönen sogar nur noch resthörig. Anders gesagt: Ich höre sehr, sehr schlecht. Aufgrund dessen bin ich von Aussenstehenden auch schon für dumm verkauft worden. Die dachten, ich ticke nicht richtig.
Ein Hörgerät trage ich, seit ich zwölf Jahre alt bin. Aber bei meiner Schwerhörigkeit haben die Hörgeräte lange Zeit nicht viel gebracht. Eigentlich hatte ich mich damit abgefunden, ein Leben lang sehr schlecht zu hören.
Schön ist das nicht. Man ist einsam als Schwerhöriger. Man weicht Kommunikation aus. Vor dem Telefon hatte ich zeitweise sogar regelrecht Angst. Als Lagerist war meine Schwerhörigkeit zunehmend ein Problem: Einerseits weil ich ja mit meinen Kollegen kommunizieren muss, was gerade bei ausländischen Kollegen nicht einfach war. Andererseits sind viele Signaltöne in unserer Arbeitswelt sehr hoch, und hohe Töne hörte ich besonders schlecht. Wenn man als Lagerist einen Gabelstapler überhört, kann’s gefährlich werden.
Und privat? Ich habe vier Kinder. Die Älteste ist 16 Jahre alt, mein Jüngster sechs. Logisch, dass es da manchmal laut zugeht zu Hause. Für mich jedoch war gerade das Stimmenwirrwarr problematisch. Ich hörte dann nur noch Lärm. Dann dachte ich häufig: Jetzt streiten sie sich schon wieder! Und gehe hin und schimpfe: Hört doch auf zu streiten! Erst dann merkte ich, dass die Kinder ganz normal gespielt haben und der Streit nur in meinen Ohren war.
Seit Anfang Juni habe ich jetzt ein neues Hörgerät, das Naída V von Phonak. Ich war den Tränen nah, als ich es das erste Mal mit meinem Akustiker ausprobierte und sogar das simulierte Vogelzwitschern hören konnte! Heute bin ich ein neuer Mensch. Beim Job kann ich viel besser als früher über die Freisprechanlage telefonieren, und den Gabelstapler höre ich auch wieder. Zu Hause kann ich meine Kinder verstehen, jedes einzelne und meine Frau noch dazu. Manchmal, wenn die Kinder im Bett oder weg sind und es ruhig ist im Haus, höre ich sogar wieder Musik.»



