Schallleitungsschwerhörigkeit
Bei einer Hörminderung, z. B. bei einem Baby, beeinträchtigt etwas die Schallweiterleitung zum Gehirn. Eine Schallleitungsschwerhörigkeit entsteht durch einen Zustand oder eine Krankheit, der bzw. die die mechanische Schallübertragung vom Mittelohr zum Innenohr behindert. Diese Art der Schwerhörigkeit kann das Ergebnis eine Blockierung des äußeren Gehörgangs sein oder von einer Störung verursacht werden, die sich ungünstig auf die Fähigkeit des Mittelohrs, mechanische Energie an die Steigbügel-Fußplatte (Stapes) weiterzuleiten, auswirkt.
Dies führt zu einer Reduzierung der Intensität (Lautstärke), eines der physikalischen Attribute von Tönen, d. h. die Energie, die zum Innenohr gelangt ist niedriger bzw. hat eine geringere Intensität als die Energie im ursprünglichen Stimulus. Daher benötigen Kinder mit einer Schallleitungsschwerhörigkeit mehr Energie, um Töne hören zu können. Wenn der Ton jedoch laut genug ist und die mechanische Behinderung überwunden wird, arbeitet das Ohr völlig normal. Im Allgemeinen kann die jeweilige Ursache einer Schallleitungsschwerhörigkeit identifiziert und behandelt werden, sodass sich das Hörvermögen wieder vollständig oder teilweise wiederherstellen lässt. Nach Abschluss der medizinischen Behandlung der Ursachen für die Schallleitungsschwerhörigkeit kann die verbleibende Hörminderung effektiv durch Hörgeräte korrigiert werden.
Schallempfindungs-Schwerhörigkeit
Schallempfindungs-Schwerhörigkeiten beruhen auf einer Fehlfunktion im Innenohr oder in der Hörbahn (Gehörnerv) zum Gehirn. Sensorische Ursachen: Das Corti-Organ könnte beschädigt sein, die Haarzellen können die Hörnerven nicht stimulieren oder es liegt ein metabolisches Problem hinsichtlich der Flüssigkeiten im Innenohr vor. Neurale oder retrocochleare Ursachen: Das Corti-Organ könnte schwer beschädigt sein, wodurch die Hörnerven degenerieren, oder die Hörnerven selbst sind nicht mehr in der Lage, die neurochemischen Information über die zentralen Hörbahnen weiterzuleiten.
Manchmal ist es aber auch nicht möglich, die Ursachen für eine Schallempfindungs-Schwerhörigkeit, herauszufinden. Normalerweise lässt sie sich nicht medizinisch behandeln. Häufig wird sie als ein irreversibler, dauerhafter Zustand beschrieben. Wie bei der Schallleitungsschwerhörigkeit verringert sich bei der Schallempfindungs-Schwerhörigkeit die Intensität des Tons. Darüber hinaus kann sie jedoch auch eine Verzerrung des Gehörten bewirken, sodass die Töne selbst bei ausreichender Lautstärke undeutlich werden und nicht verständlich sind. Nachdem alle medizinischen Möglichkeiten erschöpft sind, können Kinder mit Schallempfindungs-Schwerhörigkeit mit Hörgeräten ausgestattet werden, um ihnen den Zugang zur Sprache und anderen wichtigen Tönen zu geben.
Kombinierte Schwerhörigkeit
Unter einer kombinierten Hörminderung versteht man eine Schallempfindungs-Schwerhörigkeit mit einer Schallleitungsstörung, die alle oder nur Teil des getesteten audiometrischen Bereichs überlagert. Dies bedeutet, dass zusätzlich zu einer irreversiblen Hörminderung infolge einer Fehlfunktion im Innenohr oder in der Hörbahn (Gehörnerv) noch eine Beeinträchtigung der Mittelohrfunktion vorliegt. Dadurch verschlechtert sich die durch die Schallempfindungs-Schwerhörigkeit gegebene Hörminderung noch weiter. Die Schalleitungsstörung und somit die damit verbundene Hörminderung können u. U. durch eine medizinische Behandlung behoben werden. Die sensorische Störung wird aber wahrscheinlich dauerhaft sein. Hörgeräte können auch bei Kindern mit einer kombinierten Hörminderung vorteilhaft sein. Der Hörakustiker muss jedoch sehr vorsichtig sein, wenn die Schallleitungsstörung durch eine aktive Ohrinfektion ausgelöst wurde.
Danksagungen
Phonak dankt für die Genehmigung und die Unterstützung der folgenden Organisationen zur Nutzung ihres Fachwissens in diesem Bereich unserer Website:
- The Better Hearing Institute
- The Infant Hearing Guide



