Einer der Tests, den Ihr Kind machen muss, ist ein Hörtest. Die Ergebnisse werden in ein Diagramm, einem sogenannten Audiogramm, eingetragen. Dieses wird benutzt, um die Form und den Grad des Hörvermögens Ihres Kindes zu ermitteln und welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Was ist ein Audiogramm?

Das Audiogramm ist eine grafische Darstellung des Hörvermögens Ihres Kindes. Die leisesten Töne, die Ihr Kind hören kann, werden im Audiogramm festgehalten. Die Töne können leise oder laut und tief- oder hochfrequent sein. Die Lautheit und die Frequenz (Tonhöhe) werden im Diagramm dargestellt.

Sehr leise Töne werden oben im Audiogramm angezeigt. Sehr laute Töne werden unten im Audiogramm angezeigt. Die Lautstärke wird in Dezibel (dB) gemessen. Die Lautheit wird auch als Hörpegel oder Intensität bezeichnet. Tiefe Töne, wie den Klang einer großen Trommel, finden sich auf der linken Seite des Diagramms wieder. Hohe Töne, wie das Zwitschern eines Vogels, finden sich auf der rechten Seite des Diagramms wieder. Die Tonhöhe oder Frequenz wird in Hertz (Hz) gemessen. Ein lauter tiefer Ton, wie ein Nebelhorn, wird in der unteren linken Ecke des Diagramms eingetragen. Ein leise hoher Ton, wie das Quieken einer Maus, wird in der oberen rechten Ecke des Diagramms eingetragen. Die leisesten Töne, die Ihr Kind mit seinem rechten Ohr hören kann, werden mit roten «O» gekennzeichnet. Die leisesten Töne, die Ihr Kind mit seinem rechten Ohr hören kann, werden mit roten «X» gekennzeichnet. Die leisesten Pegel, die das Kind bei jeder Frequenz (Tonhöhe) hören kann, bilden die sogenannte «Hörschwelle».

Die Hörschwelle ist oft für jedes Ohr verschieden. Das Fachteam rund um Ihr Kind wird sich häufig auf die Hörschwelle Ihres Kindes beziehen. Anhand des von dieser Hörschwelle gebildeten Musters können der Grad und die Form der Hörminderung Ihres Kindes ermittelt werden.

Was versteht man unter der Form und dem Grad der Hörminderung?

Die Hörpegel des im Audiogrammeingetragenen Musters spiegeln den Grad der Hörminderung wider. Der Grad derHörminderung bezieht sich auf die durchschnittliche Stärke der Hörminderung beisprachlichen Tönen. Der Grad der Hörminderung wird in Dezibel (dB) gemessen.

Bei Kindern liegt eine leichte Hörminderung im Bereich von 20 dB bis 40 dB,eine mittlere Hörminderung im Bereich von 41 dB bis 60 dB und einehochgradige Hörminderung im Bereich von über 90 dB. Dabei kann der Gradder Hörminderung auf beiden Ohren gleich oder aber auch unterschiedlich sein. Die Steigung oder Kurve der Linienauf dem Audiogramm zeigen die Form der Hörminderung an. Die Form einerHörminderung kann flach oder für alle Tonhöhen (Frequenzen) gleich sein. DieHörminderung könnte bei hohen Frequenzen ein wenig schlechter sein oderstufenweise ansteigen.

Es ist normal, dass eine Hörminderung im Bereich hoherTöne (hohe Frequenzen) ein wenig schlechter ist als bei tiefen Tönen (tiefeFrequenzen). Ein weiteres weit verbreitetes Muster ist die sogenannte«Badewanne». Diese Form der Hörminderung äußert sich durch Probleme beim Hörenvon sprachlichen Mittelfrequenztönen (mittlerer Bereich), während Hoch- oderNiedrigfrequenztöne (die beiden Enden) kaum Probleme bereiten. Der Grad und dieForm bzw. Kurve der Hörminderung zeigen an, wie gut Ihr Kind ohne Hörgerätehören kann.

Ein Kind mit einer leichten flachen Hörminderung kann eine normaleKonversation in ruhigen Hörsituationen, wenn Sie in seiner Nähe sind,verstehen. Ein Kind mit einem Hochtondiagonalabfall wird ein Gespräch hören,wenn lauter als normal gesprochen wird. Ein Kind mit einer starken«Badewannen»-Hörminderung wird in der Lage sein, den Fernseher zu hören, wenndieser sehr laut eingestellt ist. Ein Kind mit einer hochgradigen Hörminderungwird in der Lage sein, sehr laute Töne, wie eine Sirene auf einemFeuerwehrwagen, in seinem Umfeld wahrzunehmen. Die meisten Hörminderungenwirken sich auf die Hörfähigkeit, sprachliche Töne zu hören, und somit auf dieEntwicklung der Sprach- und Sprechfähigkeit eines Kindes aus.

Danksagungen

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